<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:g-custom="http://base.google.com/cns/1.0" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" version="2.0">
  <channel>
    <title>Zwischenstadien</title>
    <link>https://www.kathrin-lange.com</link>
    <description>Gedanken. Alltagsminiaturen. Politisches. Alles was aus meinen schwarzen Ringbüchern kommt und - irgendwann - in meinen Romanen auftaucht.</description>
    <atom:link href="https://www.kathrin-lange.com/feed/rss2" type="application/rss+xml" rel="self" />
    <image>
      <title>Zwischenstadien</title>
      <url>https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/patrick-tomasso-Oaqk7qqNh_c-unsplash.jpg</url>
      <link>https://www.kathrin-lange.com</link>
    </image>
    <item>
      <title>ChatGPT - Wenn künstliche Intelligenz kreativ wird</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/chatgpt-wenn-kuenstliche-intelligenz-kreativ-wird</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/2Frau+Geschichte+Himmel+Zitat+Post.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „Halboriginell reicht und ist billiger.“ Das ist ein Satz, der mir von gestern Abend im Ohr geblieben ist. Gesagt hat ihn eine Autorenkollegin, die an einer kleinen privat organisierten Online-Tagung zum Thema „ChatGPT – Wenn künstliche Intelligenz kreativ wird“ teilgenommen hat.
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Wir trafen uns auf meine Initiative hin im virtuellen Raum, um uns über Möglichkeiten und Gefahren der neuen Technologie Chat-Bot auszutauschen und darüber zu diskutieren. Die Runde war zusammengesetzt aus Autor*innen von Science-Fiction, Krimis und Kinder-/Jugendbüchern, Kulturvermittler*innen, einer Wissenschaftlerin und einer Verlegerin. Neben einem kurzen Diskurs über politisch-gesellschaftliche Fragen („Ist der Bot politisch links orientiert?“ (s. dazu Link) / „Trägt er dazu bei, dass die Bildungsschere in unserer Gesellschaft noch weiter aufklaffen wird?“) ging es dann vor allem um die Veränderungen, die sich für Autor*innen und die Buchbranche ergeben.
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Allgemein spürbar war in der Runde eine gewisse Unsicherheit, wo die Reise hingehen wird. Relativ einig war man sich allerdings darin, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird, bis KIs in der Lage sind, „Coverversionen, die etablierte Muster reproduzieren“ abzuliefern, also das zu schreiben, was schon vor der Causa Weinstein als „Me-too“-Literatur bezeichnet wurde: Romane, die einen erfolgreichen Stoff kopieren, indem sie ihn leicht variieren. Bestimmte Girl meets Boy-Storys seien demnach ebenso betroffen, wie formalisierte Krimiplots oder die hundertste magische Tierschule-Blumenladen-Reihe.
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            In diesem Zusammenhang stellte sich die Frage, ob es diese Art der Literatur in Zukunft vielleicht gar nicht mehr geben wird, weil sich ja dann jeder Leser oder jede Leserin von der KI die Wunschgeschichte nach eigenen Vorgaben erzählen lassen kann. Ich musste spontan an ein Zitat von Toni Morrison denken: „Wenn es ein Buch gibt, das du gerne lesen willst, das aber noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.“
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Sie hat es vermutlich anders gemeint.
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Während dieser Diskussion fiel übrigens auch der oben genannte Satz. Verlage, die heute schon Buchreihen kopieren und sie von ihren Lektoratssssistentinnen schreiben lassen, weil „halboriginell eben auch reicht und vor allem billiger ist“, werden möglicherweise keinen Bedarf mehr für eben jene Lektoratsassistentinnen haben. Deren Job erledigt dann ja die KI. Hier klingt durch, dass die neue Technik nicht nur den Beruf Autor*in fundamental verändern wird, sondern auch die gesamte Buchbranche.
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Intensiv diskutiert wurde im Anschluss über die Frage, ob der Bot in Zukunft auch in der Lage sein wird, „originelle Texte zu erschaffen“, mithin, „Literatur-Literatur“ (in Abgrenzung zu Unterhaltungsliteratur) zu schreiben.
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Der Abend hinterließ bei mir etliche Aha-Effekte und warf ganz neue Fragen auf.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wird ChatGPT den Graben zwischen E und U weiter vertiefen?
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Außerdem: Google steckt Milliarden in die Entwicklung von ChatGPT. In den USA gibt es seit Jahren einen Rechtsstreit um die Frage, ob die Firma ganze Bücher online stellen darf (s. dazu Link). Hierin steckt gleich ein ganzer Strauß von Urheberrechtsfragen. Wie werden KI-Anfragen à la „Was sagt Susanne Thiele auf ihrem Blog Mikrobenzirkus über Antibiotikaresistenzen?“ vergütet werden? Wird es eine Art VG-Chatbot geben? Erste Forderungen von Verlagen für eine angemessene Vergütung existieren bereits (s. dazu Link). Wenn ich mir ansehe, wie sehr die Gesetzgeber seit Jahrzehnten hinter der Digitalisierung herhecheln, wage ich jedoch, zu bezweifeln, ob es diesmal für die Kreativen positiver ausgeht.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Was für mich an diesem Abend auf jeden Fall mehr als deutlich geworden ist: Wir Schreibende stehen vor der wichtigen Aufgabe, unser Selbstverständnis völlig neu zu denken. Ob wir diese Herausforderung annehmen, wird jede und jeder von uns selbst entscheiden müssen. Ob das eigene Fortbestehen als Autor*in davon abhängt, wird sich zeigen, aber vielleicht heißt es ja bald wirklich frei nach Mark Twain: „Es ist idiotisch, sieben oder acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man sich in wenigen Minuten per KI einen erstellen lassen kann.“
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Linkliste:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ist ChatGPT politisch links orientiert?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://the-decoder.de/chatgpt-ist-politisch-links-orientiert-studie" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://the-decoder.de/chatgpt-ist-politisch-links-orientiert-studie
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Google und die Buchwelt:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.stern.de/digital/online/darf-google-books-millionen-buecher-einfach-ins-internet-stellen--6803590.html" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://www.stern.de/digital/online/darf-google-books-millionen-buecher-einfach-ins-internet-stellen--6803590.html
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Verlage verlangen finanzielle Beteiligung:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.wbs.legal/urheberrecht/google-will-kuenftig-ki-antworten-anzeigen-verlage-verlangen-finanzielle-beteiligung-64082/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://www.wbs.legal/urheberrecht/google-will-kuenftig-ki-antworten-anzeigen-verlage-verlangen-finanzielle-beteiligung-64082/
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            "Was ist ChatGPT und wie funktioniert es? – Und welche ähnlichen Tools gibt es?" Vortrag von Prof. Dr. Doris Weßels, Professorin für Wirtschaftsinformatik an der FH Kiel:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=cMuBo_rH15c" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://www.youtube.com/watch?v=cMuBo_rH15c
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Das Kreative ist ein Fehler: ChatGPT als Tod des Autors? Christian J. Bauer schreibt bei Literaturcafe.de über das Thema:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.literaturcafe.de/das-kreative-ist-ein-fehler-chatgpt-als-tod-des-autors/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://www.literaturcafe.de/das-kreative-ist-ein-fehler-chatgpt-als-tod-des-autors/
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Nick Cave hat sich sehr deutlich zu dem Thema geäußert:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.forbes.com/sites/barrycollins/2023/01/17/nick-cave-savages-chatgpt-for-grotesque-mockery-of-his-songs/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://www.forbes.com/sites/barrycollins/2023/01/17/nick-cave-savages-chatgpt-for-grotesque-mockery-of-his-songs/
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
            Und, ganz zum Schluss, noch ein hübscher SF-Nerd-Scherz zum Thema, der sich auf Twitter findet:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://twitter.com/MartinFoertsch/status/1604442074694254592" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://twitter.com/MartinFoertsch/status/1604442074694254592
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 22 Feb 2023 11:18:35 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/chatgpt-wenn-kuenstliche-intelligenz-kreativ-wird</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/2Frau+Geschichte+Himmel+Zitat+Post.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/2Frau+Geschichte+Himmel+Zitat+Post.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>"Wenn die Nebel flüstern" für SERAPH nominiert</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/wenn-die-nebel-fluestern-fuer-seraph-nominiert</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Jugendroman "Wenn die Nebel flüstern, erwacht mein Herz" ist in der Kategorie "Bester Roman" für den SERAPH 2021, den Preis der Phantastischen Akademie, nominiert.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/md/and1/dms3rep/multi/120550.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Okay. Ich gebe zu, es ist noch ein bisschen zu früh, um das Feuerwerk zu zünden, denn eine Nominierung ist ja noch nicht der Gewinn eines Preises. Aber ich bin schon ein bisschen stolz darauf, dass ein Buch, das ich geschrieben habe, zusammen mit den Werken so bekannter und erfolgreicher Autor:innen wie Ursula Poznanski und Andreas Eschbach auf der Liste der besten Bücher 2021 steht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Noch dazu wird der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://phantastische-akademie.de/seraph/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           SERAPH
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben, was ihn zu etwas Besonderem macht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Preis wird von der Phantastischen Akademie e.V. verliehen. Es ist ein Jurypreis, der neben der Kategorie "Bester Roman" auch noch in den Kategorien "Debüt" und seit 2018 auch "Bester Independent-Titel" vergeben wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich drücke also allen Nominierten die Daumen (und mir selbst ein ganz, ganz kleines Bisschen mehr).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/md/and1/dms3rep/multi/120550.jpeg" length="499591" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 12 Apr 2021 08:05:01 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/wenn-die-nebel-fluestern-fuer-seraph-nominiert</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/md/and1/dms3rep/multi/120550.jpeg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/md/and1/dms3rep/multi/120550.jpeg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Gelungenes Marketing geht anders</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/gelungenes-marketing</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Eltern unterstützen, Bäume retten – alles sehr schöne Ideen. Aber sie gehen an der Realität von jenem Teil der Branche vorbei, die gerade unter der Krise am Meisten zu leiden haben.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/matthew-smith-Rfflri94rs8-unsplash.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    
          Heute morgen las ich wie jeden Morgen den Newsletter des Börsenblatts, des Branchenorgans des Buchhandels. Unter der Überschrift "Bäume pflanzen statt Preisänderung" wurde dort verkündet, dass zwei nicht ganz kleine Verlage sich entschieden haben, mit den Mehreinnahmen, die die Mehrwertsteuersenkung ihnen beschert, Gutes zu tun.1 Der Klett-Verlag möchte mit dem Geld diejenigen unterstützen, "die es im Zuge der Pandemie echt schwer hatten: Eltern von kleinen Kindern"2.  Und die Berliner Verlagsgruppe möchte mit dem Geld 50 Bäume für Prima Klima e.V. pflanzen.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Tolle Ideen!
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Oder?
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Damit kein Missverständnis entsteht: Auch ich finde Eltern und den Wald hochgradig unterstützens- und schützenswert.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Trotzdem verursacht mir als Autorin diese Art von Marketing ein schales Gefühl. Seit die Mehrwertsteuersenkung verkündet wurde, habe ich nämlich schon einen ganz radikalen Gedanken: Wie wäre es, wenn Verlage die Menschen "unterstützen", die es gerade ebenfalls „echt schwer“ haben, und die trotzdem und auch noch jetzt in der Krise dafür sorgen, dass sie überhaupt etwas haben, was man veröffentlichen kann? Auf den Punkt gebracht: Warum kommt keiner auf die Idee, dass man die Mehrwertsteuersenkung auch (von mir aus zur Hälfte) an die Kreativen weitergeben könnte?
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Ich wünsche mir einen Aufschrei der Autorinnen und Autoren, denen hier wieder einmal verdeutlicht wird, dass sie sich in der ganzen Kette der Wertschöpfung bitte ganz hinten anstellen dürfen. Hinter den Kunden, klar. Die sind wichtig. Aber bitte auch hinter den Bäumen (die liefern schließlich das Holz fürs Papier – okay, ich gebe zu, ich werde gerade ein bisschen polemisch, aber ich bin irgendwie auch echt sauer). In meinen Augen ist das kein gelungenes Marketing, sondern ein weiterer Tritt in den Allerwertesten von uns Kreativen.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jetzt gerade, wo ich hier sitze und dies schreibe, stelle ich mir vor, dass ein Verlag vorangeht, und genau das einfach macht: Solidarität mit seinen Autor*innen zeigen. Klar, das wäre kein großer Marketing-Coup, weil irgendwie jeder spürt, dass es eine Selbstverständlichkeit sein sollte.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So retten wir eben stattdessen Bäume und es bleibt wieder mal alles beim: Danke für nichts!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           1     Zum Grund, warum sich so viele Verlage entschieden haben, die Preissenkung nicht an die Kunden weiterzugeben, s. meinen
           &#xD;
      &lt;a target="_blank" href="http://kathrin-lange.com/warum-buecher-nicht-billiger-werden"&gt;&#xD;
        
            Blogbeitrag vom 1.7.2020
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           .
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;i&gt;&#xD;
        
            2     https://www.boersenblatt.net/news/verlage-news/baeume-pflanzen-statt-preisaenderung-109783?fbclid=IwAR3Q07Nj8-RRQfHul9DDZKqhwEl9KaWcHlWeNFaBlBoo7uIDzVLBdGSO_dY#comment-11645, (abgerufen 6.7.2020)
           &#xD;
      &lt;/i&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Beitragsfoto by Matthew Smith on Unsplash
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/matthew-smith-Rfflri94rs8-unsplash.jpg" length="177738" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 06 Jul 2020 14:05:23 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/gelungenes-marketing</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/matthew-smith-Rfflri94rs8-unsplash.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/matthew-smith-Rfflri94rs8-unsplash.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Warum Bücher nicht billiger werden</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/warum-buecher-nicht-billiger-werden</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ich bin jetzt schon mehrfach gefragt worden, ob Bücher wegen der Senkung der Mehrwertsteuer ab heute auch billiger werden. In den allermeisten Fällen werden sie das nicht. Und das hat Gründe.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/kimberly-farmer-lUaaKCUANVI-unsplash%281%29.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    
          Der Gesetzgeber hat die Mehrwertsteuer-Senkung als Werkzeug der Konsumankurbelung beschlossen. Die Leute kaufen wieder mehr Autos, Klamotten, Möbel – und eben auch Bücher, wenn sie jetzt für einen geringen Zeitraum billiger sind. So der Gedanke, und aus diesem Grund werden Bücher im Moment statt mit 7% wie bisher mit 5% besteuert. (Der verminderte Mehrwertsteuersatz für Bücher gilt, weil man das Buch als wertvolles Kulturgut ansieht und entsprechend fördern möchte.) Trotzdem haben sich die meisten Verlage entschieden, die Preise für Bücher nicht herunterzusetzen und das hat nur auf den ersten Blick mit Gier zu tun. Es ist in einer Besonderheit der Buchbranche begründet: der Preisbindung für Bücher.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Preisbindung bedeutet, dass jedes Buch, das in Deutschland erscheint, überall genau das gleiche kostet. Die kleine Buchhandlung irgendwo auf der schwäbischen Alp verkauft also den neuen Fitzek oder das Special interest-Sachbuch über Fliegenfischen zum gleichen Preis wie die riesige Thalia-Filiale oder der Online-Krake mit dem großen A im Namen (ja, auch der unterliegt der Preisbindung, und das nervt den massiv, glaubt mir!). Wie der verminderte Mehrwertsteuersatz dient auch die Preisbindung dazu, das Buch als Kulturgut zu unterstützen und seine Verbreitung bis in die letzten Winkel unserer Republik sicherzustellen. Eine gute Sache also, von der auch wir Autor*innen profitieren.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Allerdings kommt genau diese Preisbindung dem Ziel der Mehrwertsteuersenkung in die Quere, und das hat mehrere Gründe. Erstens: Damit alle Buchhandlungen ein Buch zu demselben Preis verkaufen, legt der entsprechende Verlage diesen Preis fest und veröffentlicht ihn (z.B. in der Verlagsvorschau). Natürlich können nun auch Verlage einfach ihren Preis um den entsprechenden Prozentbetrag verringern und die Mehrwertsteuersenkung so den Kunden zugute kommen lassen.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Ja. Könnten sie machen.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Dann würden die auf den meisten Büchern eingedruckten Preise eben für die paar Monate nicht gelten. Ist ja nicht so schlimm.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Aber, und das ist der Haken an der Sache: Die Verlage sind per Verordnung dazu verpflichtet, Preissenkungen entsprechend zu veröffentlichen. Gängige Praxis ist, das per Preisänderungsanzeige in den sogenannten Gelben Seiten des Börsenblatts zu tun, natürlich kostenpflichtig. Auch nicht so schlimm, schaltet man eben eine Anzeige, in der steht, dass alle Bücher von Verlag xy jetzt entsprechend billiger verkauft werden. Auch das könnte man mit Sicherheit regeln, wo in Coronazeiten ja plötzlich so vieles möglich ist, was vorher aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen nicht ging. Aber dann muss die Buchhandlung immer noch überprüfen, welcher Verlag die Mehrwertsteuersenkung an seine Kunden weitergibt und welcher nicht. Eine Buchhändlerin kann also nicht einfach, wie ein Supermarkt oder Autohänder, an der Kasse den entsprechenden Prozentbetrag automatisch vom Kaufpreis abziehen. Verkauft sie nämlich ein Buch eines Verlages, der den Ladenpreis eben nicht gesenkt hat, billiger, kann sie auf Schadenersatz und Unterlassung in Anspruch genommen werden. Die Senkung bedeutet also extrem viel Aufwand für die Buchhandlung, aber als Kunde könnte man sich jetzt immer noch denken: Na und? Müssen sie sich die Arbeit eben  machen.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Leider gibt es nun aber noch einen weiteren, ziemlich gemeinen Haken an der Sache. Und auch der hat mit einer weiteren Besonderheit des Preisbindungsgesetzes zu tun. Die besteht nämlich in Folgendem: "Eine Reduzierung des gebundenen Ladenpreises" löst "ein Recht des Handels auf Remission bzw. Differenzgutschrift für die innerhalb der letzten 12 Monate bezogenen Exemplare" aus*.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Das bedeutet in klaren Worten: Wird der Ladenpreis runtergesetzt, kann jede Buchhandlung für alle im vergangenen Jahr bezogenen Titel nachträglich auch diese Differenz vom Verlag zurückverlangen! Ein immenser Aufwand, der sich auch bis auf die Abrechnungen von uns Autor*innen durchschlagen würde.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Aus diesem Grund haben sich viele Verlage dafür entschieden, den Ladenpreis beizubehalten.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          [Edit 6.7.2020: Ideen, was man mit dem zusätzlich verdienten Geld machen könnte, und was ich davon halte, entwickeln die Verlage gerade. S. dazu meinen
          &#xD;
    &lt;a href="http://kathrin-lange.com/gelungenes-marketing" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Blogbeitrag vom 6.7
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
          .]
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          .
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          * Preisbindungstreuhänder Dieter Wallenfels und Christian Russ, Hat die Mehrwertsteuer-Senkung Auswirkungen auf den gebundenen Ladenpreis?; Artikel in Börsenblatt Online v. 2.6.2020; https://www.boersenblatt.net/news/verlage-news/preisbindung-hat-die-mehrwertsteuer-senkung-auswirkungen-auf-den-gebundenen (abgerufen am 6.7.2020).
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/kimberly-farmer-lUaaKCUANVI-unsplash%281%29.jpg" length="110684" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Tue, 30 Jun 2020 22:00:00 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/warum-buecher-nicht-billiger-werden</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/kimberly-farmer-lUaaKCUANVI-unsplash%281%29.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/kimberly-farmer-lUaaKCUANVI-unsplash%281%29.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Wir verkaufen uns (wieder mal) unter Wert</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/wir-verkaufen-uns-wieder-mal-unter-wert</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
  In Zeiten von Corona lesen viele Autorinnen und Autoren online und völlig kostenlos. Aber ist das auch klug?

                &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/patrick-tomasso-Oaqk7qqNh_c-unsplash.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Mit einiger Besorgnis habe ich in den letzten Tagen auf Facebook und anderweitig in den Sozialen Medien Diskussionen unter Autorinnen und Autoren verfolgt, in denen es darum ging, wie viel Honorar man eigentlich für eine via Skype oder Zoom durchgeführte Lesung verlangen kann. Da war unter anderem auch die Rede davon, das „erstmal ohne Honorar zu machen“, weil man selbst ja keine Erfahrung mit sowas habe und froh sei, auf diesem Weg dazulernen zu können.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ehrlich gesagt: Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich solche Argumentationen lese.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Und mehr noch: Mir wird langsam unwohl bei all den vielen Online-Lesungen, die auch in Woche 6 der Corona-Krise immer noch stattfinden. Denn die meisten davon sind völlig öffentlich, es gibt keine Bezahlschranke, kein wie auch immer geartetes "Eintrittsgeld". Und niemanden, der die Lesenden für ihre Mühe bezahlt.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Sicher war es in den ersten Wochen der Corona-Krise gut und richtig, für unsere Leserinnen und Leser da zu sein, vor die Kamera zu treten und Online-Lesungen abzuhalten. Der Ansatz, den Buchhandel damit zu unterstützen, war ehrenwert, und ich könnte mir vorstellen, dass viele Autor*innen auch froh waren über diese neue Art der Öffentlichkeit.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Mir bereitete sie allerdings von Anfang an Bauchschmerzen. Denn die Sache hat leider einen unangenehmen Nebeneffekt: Wir haben unsere Leserschaft damit dazu erzogen, zu glauben, dass Online-Lesungen umsonst sind, und damit berauben wir uns der Möglichkeit, in Zeiten, in denen andere Möglichkeiten wegfallen, eine neue Form des Einkommens zu etablieren.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Nun beginnen die Wochen nach dem ersten Corona-Schock. Verlage und Autor*innen fangen an, neue Lesungskonzepte zu entwickeln, bei denen der Autor/die Autorin nicht mehr hunderte von Kilometern durch die Republik reisen und Nächte in teuren (naja, ich gebe zu, bei manchen Veranstaltern durchaus auch weniger teuren) Hotels verbringen muss. Es wird überlegt, wie man den Zuhörerinnen und Zuhörern ein Gemeinschaftserlebnis bieten kann, wie man das mit dem Signieren hinbekommt (ja, auch das kann man online organisieren, ich habe bereits interessante Ideen dazu gehört!)
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Und das Allerletzte, was wir in diesen Zeiten gebrauchen können, sind Veranstalter, die der Meinung sind, die Lesung sei ja „nur“ online, dafür müsse man kein Geld bezahlen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Einmal billiger Jakob, immer billiger Jakob
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    
                    
    , heißt es im Volksmund nicht ganz ohne Grund.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Sicher. Eine Online-Lesung benötigt von unserer Seite nicht so viel Aufwand wie eine anloge – Fahrt und Übernachtung fallen ja weg. Aber wir verwenden Zeit auf die Lesung selbst und vor allem: Wir haben vorher Zeit darauf verwendet, Bücher zu schreiben, aus denen wir lesen können. Oft eine Menge Zeit. Und in den meisten Fällen taten wir das im Vertrauen darauf, dass uns das so geschaffene Werk zum späteren Zeitpunkt Einnahmen in Form von Veranstaltungen ermöglicht. 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Für all die Ideen, die da jetzt so entwickelt werden, müssen in den kommenden Wochen und Monaten neue Honorarkonzepte entwickelt werden, was schwer genug sein wird. Etliche Verlage sind bereits genau mit dieser Aufgabe beschäftigt. Machen wir es ihnen doch bitte nicht noch schwerer, indem wir uns aus falsch verstandener Unsicherheit, momentan empfundenem technischen Unverständnis oder welchem Grund auch immer von vornherein unter Wert verkaufen. Hören wir auf, ganze Lesungen kostenlos zu streamen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/verkaufen+wir+uns+unter+wert_soft.jpg" length="102532" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 04 May 2020 06:48:47 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/wir-verkaufen-uns-wieder-mal-unter-wert</guid>
      <g-custom:tags type="string">Schreiben,Lesen,Lesung,Honorar</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/verkaufen+wir+uns+unter+wert_soft.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Eine nicht gehaltene Rede</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/eine-nicht-gehaltene-rede</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/IMG_7211-5dcd0065-d24b178a.JPG" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    Bei der Preisverleihung des Wortrandale Literaturpreises 2019 am Wochenende wurden von den 30 Nominierten drei ausgewählt, die auf der Bühne um den Publikumspreis kämpfen durften. Wenn die Ziffer 4 gezogen worden wäre, dann wäre ich eine dieser drei gewesen.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  Da das Los auf jemand anderes fiel, blieb dem Saal mein Vortrag erspart, aber da er viel über mich aussagt, und vor allem darüber, warum ich "Jagdsaison 2023" geschrieben habe, stelle ich die nicht gehaltene Rede hier online.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Guten Abend, meine Damen und Herren!
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Später am Abend würde er einem Jungen das Leben retten, aber das wusste er noch nicht, als er seine Schicht begann.
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Das ist der erste Satz aus meiner Kurzgeschichte „Jagdsaison 2023“, die hier für den ersten Wortrandale-Literaturpreis in der Sparte „Krimi“ nominiert ist. Da ich nicht genug Zeit habe, um Ihnen die Geschichte komplett vorzulesen, habe ich mich entschieden, Sie teilhaben zu lassen daran, wie sie entstanden ist.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Zuerst war da der Name des Wettbewerbs.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Wortrandale. Das klingt spannend. Kontrovers. Die Idee, etwas einzureichen, war fast augenblicklich da.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Okay. 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Was nun?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Beginnen wir mit der Tätigkeit, die wir Autor*innen gern verleugnen. Googeln wir mal.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Randale ist eine Rockband aus Bielefeld. Aktuelles Album: Kinderkrachkiste.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Da ist es, dieses Wort: Krach, das mir auch als erstes einfiel, als ich den Namen Wortrandale Literaturpreis hörte.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
                      
      Laut Wikipedia bezeichnet Randale
    
                    &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    
                    
     umgangssprachlich „heftigen und lautstarken Protest, Krawall, Rabatz“ sowie „Ausschreitungen“.[1] Ähnlich wie das Verb 
    
                    &#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      randalieren
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    
                    
     schließt der Begriff sowohl die Aspekte Lärmen, Aufruhr, Unruhe-Stiften oder Unfug-Treiben als auch die Aspekte Belästigung oder Gewalt, insbesondere Schlägereien, Vandalismus etc. mit ein.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Da stehen also die Aspekte „Belästigung und Gewalt“ neben „Schlägereien und Vandalismus“. Aha, dachte ich. Interessant. Denn, ja, ich gestehe, in meinem Kopf entstanden beim ersten Hören von „Wortrandale“ Bilder von brennenden Autos und Drogerien im Hamburger Schanzenviertel. Verbinden wir Randale nicht allzu oft mit linksextremen Ausschreitungen, während die Typen, vor denen ich die meiste Angst habe, auf ihren Veranstaltungen schweigend und bedrohlich durch die Straßen marschieren und ihre erigierten Arme nicht unter Kontrolle haben? 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Bei uns im Dorf gab es vor einiger Zeit einen Flyer, den die Antifa verteilte: „Mein Nachbar der Nazi“ stand auf dem schlecht kopierten und durchaus justiziablen Pamphlet. Die Antwort der auf diese tumbe Weise angegriffenen sogenannten Neuen Rechten kam ein paar Tage später: Als Brief mit elegantem Briefkopf, rechtschreibfehlerlos und rhetorisch stark formuliert.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Klassisches Eigentor des linken Randes, dachte ich. Blöde Randalierer.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Geht also der Begriff „Wortrandale“ vielleicht in eine falsche Richtung? Bin ich an dieser Stelle mit dem, was mich umtreibt, falsch?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ich würde Ihnen an dieser Stelle gern eine Geschichte erzählen. Sie handelt davon, wie Festtage in meiner Familie im Chaos hitziger Diskussionen über „die Flüchtlinge“ endeten. Sie handelt von meinem Widerspruch gegen unreflektiert geteilte Netzinhalte: „Warum erhalten Asylanten, die unsere Gesellschaft nicht akzeptieren, mehr Geld als der Rentner, der 45 Jahre gearbeitet hat?“ 
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Meine Geschichte handelt von Sätzen wie: „Ich bin ja kein Rassist, aber …“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Von: „Wieso sollte ich meinen zweiten Satellitenempfänger im Keller, denen geben? Den brauche ich noch, als Ersatz, falls meiner kaputt geht!“ 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Und dann handelt meine Geschichte von diesem Unbehagen darüber, dass der Mensch, der mir dort gegenübersteht, jemand ist, den ich mag, den ich als Freund bezeichne, jedenfalls als guten Bekannten.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „In was für einer krassen Wohlstandsgesellschaft leben wir?“, denke ich. „Dass wir es nicht aushalten, keinen zweiten Satellitenempfänger in Reserve zu haben?“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Kürzlich schrieb jemand in einer Facebook-Gruppe, in der ich Mitglied bin, er hänge weder rechten noch linken Ideologien an. Und nur wenige Zeilen weiter unten in seinem Post nannte er den Volkstrauertag „Heldengedenktag“. Meine Frage, ob da vielleicht eine subtile Absicht dahinter stecke, wurde mit „Natürlich nicht!“ und der entsprechenden Empörung beantwortet. Und ich stand da und fragte mich, mit was für einem Phänomen ich es hier zu tun habe. Hat da jemand mit subtiler rechter Agenda ganz ordentlich Kreide gefressen oder tue ich dem Schreiber unrecht, weil er nur verzweifelt versucht, das zu tun, was uns ja mittlerweile von allen Seiten eingebimst wird: die andere Seite ernst zu nehmen, zu umarmen? Eva Maria Stegmann hat in der vorletzten ZEIT geschrieben, Toleranz sei eben auch eine Frage des Milieus. Angehängt an diesen Post war übrigens ein Link zu einem Song mit klarer Botschaft: Vertragt euch!
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Süße Katzenvideos und das Toleranzparadoxon lassen grüßen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Knoten in meinem Hirn.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Das ist, im Kern, meine Geschichte. Im Wesentlichen handelt sie von dem mal mehr mal weniger laut geäußerten Vorwurf an mich: „Hast du kein anderes Thema, als immer diese Nazis?“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Jetzt hör doch endlich mal mit dieser Politik auf … wenigstens an Weihnachten!“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Kann es sein, dass du paranoid bist?“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Die Demonstration der NPD am vergangenen Wochenende in Hannover wurde zuerst von der Polizei verboten, dann sowohl vom Oberlandesgericht Hannover als auch vom OLG in Lüneburg wieder erlaubt, denn man sah (Zitat) „keine ausreichenden Hinweise, die ein Totalverbot als schwersten Eingriff in die Versammlungsfreiheit rechtfertigen“. Das Netz vibriert. „Sind da etwa Nazirichter am Werk?“, fragt man sich. „Irritierend, dass hier ausnahmsweise mal die nicht Polizei die Nazia…“ 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Sie wissen schon.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Sie kennen das alles.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Randale mit Worten. 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Die asozialen Medien. Ein Auszug aus Fakenews und gesplitterten Realitäten: Faschismus von rechts, links und neuerdings auch aus der Richtung Öko? Die Regierung will das deutsche Volk austauschen. Islamisierung des Abendlandes. Fuck AfD. Drecksfotze! 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Wieso? 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Darf man doch heute sagen! 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Seehofer ist mal zu rechts, mal zu links, je nachdem, wann und von welcher Seite man guckt. Dieter Nuhr muss ein rechter Idiot sein, wenn er Greta doof findet, und jeder, der sich auch nur fragt, was das mit diesem Gendersternchen eigentlich soll, ist per se des Sexismus‘ verdächtig. 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Nein, nicht jeder Geflüchtete bekommt 4.500 Euro im Monat.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Das ist doch eine völlig unzulässige Verknüpfung von Dingen, die gar nichts miteinander zu tun haben.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Halt lieber den Mund, weil wenn du dieses Unbehagen thematisierst, zerstörst du das Arbeitsklima.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Kinder! Es ist Weihnachten!“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Hör endlich auf, so paranoid zu sein!“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Manchmal komme ich mir vor wie ein Kind, das sich auf den Boden wirft, weil es nicht weiß, wohin mit all den Gedanken und Gefühlen in seinem Kopf. Ein Kind, das alles ungefiltert aus sich rausschreit, was es doof findet oder auch einfach nur nicht versteht. Manchmal möchte ich – so richtig laut und nervig – randalieren.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Und dann?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Randale bedeutet laut Definition: heftiger und lautstarker Protest, denke ich. Und dann frage ich mich: Kann man auch leise randalieren?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Mit Worten?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Mit meinen Geschichten!
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ich bin hier also doch richtig, denke ich. Vielleicht sogar goldrichtig.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Denn: What if?, das ist die große Weltenbau-Frage der Krimischreibenden.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Was wäre wenn?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Was wäre wenn all das, was gerade alles schief läuft, in drei, vier Jahren noch schlimmer geworden wäre? Wenn es einen ausreichend machtgeilen Politiker einer der sogenannten Volksparteien geben würde, der, ganz Sebastian Kurz-like, seine Regierung von der hellblau lackierten Nazipartei tolerieren ließe? Was würde dann passieren? 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Das sind so die Gedanken, die mir durch den Kopf schießen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Der Dichter schreibt nicht, weil er etwas weiß, sondern, weil er eine Frage hat“, sagt Milan Kundera.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Wenn ich schreibe, kann ich mir am besten beim Denken zuhören. Also setze ich mich, verdammt nochmal, an den Schreibtisch und beginne.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Jagdsaison 2023.
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Hier ein kleiner Auszug.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      „Die taz jibt’s heute nich“, sagte der Kioskbesitzer. „Is einfach nich jeliefert worden.“
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Mit einem Kaffee und einer Ausgabe des Tagesspiegels kehrte Faris zu seinem Wagen zurück. Ein Mann im Anzug wartete schon auf ihn. Es gab einen kurzen Moment der Unschlüssigkeit, diese Sekunde in der Schwebe, in der so vieles steckte: das Registrieren von Faris’ arabischem Aussehen,
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      die automatische Überlegung, ob es besser wäre, ein anderes Taxi zu nehmen, dann das Einsetzen des Verstandes.
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Nein, man war ja schließlich kein Rassist.
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ich danke Ihnen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 01 Dec 2019 06:02:21 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/eine-nicht-gehaltene-rede</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Wortrandale Literaturpreis gewonnen!</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/wortrandale-literaturpreis-gewonnen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/IMG_7221-d36309a8-21876d9b.JPG" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
                      
      In der Kategorie "Tiefsinnig/Nachdenklich" gewann die Faris Iskander-Kurzgeschichte "Jagdsaison 2023" am Wochenende den Wortrandale Literaturpreis
    
                    &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
  Die Kurzgeschichte ist in der soeben im Konkursbuchverlag erschienen Anthologie "Wenn im Norden das Licht schmilzt"  abgedruckt. Die Anthologie kann in jeder Buchhandlung bestellt werden oder online 
  
                  &#xD;
  &lt;a href="https://www.konkursbuch-shop.com/neu/#cc-m-product-14293263435" target="_top"&gt;&#xD;
    
                    
    hier
  
                  &#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
  
                  
  .
  
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
  Gleichzeitig gibt es die Story auch als exklusiven Hörbuchdownload auf allen einschlägigen Hörbuchportalen.
  
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/RZ_OnlineCover_Jagdsaison.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/Folie1-6c88fbc2.jpeg" length="1298" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Sun, 01 Dec 2019 05:38:15 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/wortrandale-literaturpreis-gewonnen</guid>
      <g-custom:tags type="string">Faris,Iskander,Krimi,Kurzgeschichte,Wortrandale</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/Folie1-6c88fbc2.jpeg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>„Jeder von uns hat den ein oder anderen Fall, bei dem es ihn besonders hart trifft.“</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/jeder-von-uns-hat-den-ein-oder-anderen-fall-bei-dem-es-ihn-besonders-hart-trifft</link>
      <description>Salah sitzt mit den anderen Mitgliedern des Teams zusammen und bespricht den Arbeitsplan der nächsten Tage, als sein Handy klingelt. Ein Bewohner bittet um einen Termin für ein Gespräch, er könne kaum schlafen. Offenbar hat er Flashbacks. Das gesamte Team geht gemeinsam den Stundenplan durch, um zu schauen, ob irgendwo Zeit für ein Erstgespräch ist. Nach einigem Suchen ist einer der wenigen freien Plätze gefunden, und es entspinnt sich ein Gespräch ...</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/IMG_6297-893e5a88-60a07117-5590f62e.JPG" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
                      
      Am 13. Mai 2019 war ich für einen Tag zu Gast bei Soultalk, einer von Ärzte ohne Grenzen ins Leben gerufenen Initiative, die sich um traumatisierte Geflüchtete kümmert. 2018 haben wir von „Autoren helfen“ Soultalk durch unsere Aktion „Verschenke eine Wohnzimmerlesung“ finanziell unterstützt, und an diesem Tag konnte ich mir ein Bild davon machen, wie die gesammelten Gelder eingesetzt werden.  Ein Erfahrungsbericht.
    
                    &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Salah sitzt mit den anderen Mitgliedern des Teams zusammen und bespricht den Arbeitsplan der nächsten Tage, als sein Handy klingelt. Ein Bewohner bittet um einen Termin für ein Gespräch, er könne kaum schlafen. Offenbar hat er Flashbacks. Das gesamte Team geht gemeinsam den Stundenplan durch, um zu schauen, ob irgendwo Zeit für ein Erstgespräch ist. Nach einigem Suchen ist einer der wenigen freien Plätze gefunden, und es entspinnt sich ein Gespräch, das für alle hier völlig normal zu sein scheint. „Wie pünktlich und zuverlässig ist der Klient, weiß das jemand?“, fragt Hannah Zenker, eine der beiden halbtags angestellten Psychologinnen von Soultalk. Niemand weiß es. „Also sag ihm 11.15 Uhr“, rät sie Salah. „Dann ist er um 11.30 Uhr da.“
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Salah gibt die Information an den Anrufer weiter. Er spricht ein schnelles Arabisch, das sehr bestimmt klingt. Ein paarmal geht es hin und her, dann scheint alles geklärt zu sein, und Salah legt wieder auf. Er wirkt zufrieden wie jemand, der bei sich selbst angekommen ist.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Kurz zuvor hat er bereitwillig Auskunft über sich selbst gegeben.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Er stammt aus Syrien und ist seit drei Jahren in Deutschland, von der Stelle bei Soultalk hat er über eine Anzeige erfahren und sich beworben. Nun arbeitet er als einer von drei psychosozialen PeerberaterInnen im Ankerzentrum für Geflüchtete in Schweinfurt. 
    
                    &#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Soultalk 
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    
                    
    heißt die Initiative, es ist ein Leuchtturmprojekt, das im März 2017 von 
    
                    &#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Ärzte ohne Grenzen
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    
                    
     und dem St. Josephskrankenhaus ins Leben gerufen wurde. Hannah Zanker fasst dessen Aufgabe so zusammen: „Es geht darum, Menschen in Notsituationen zu helfen, die psychosoziale Versorgung brauchen. Die medizinische Versorgung von Geflüchteten in Deutschland ist einigermaßen gut, aber im psychosozialen Bereich gibt es viele Defizite. Dagegen versuchen wir bei Soultalk etwas zu tun.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Sie tun etwas dagegen, indem sie Geflüchtete zu PeerberaterInnen ausbilden. Auf eine kurze Formel gebracht, bieten diese Peers Gespräche an, es geht um präventive Intervention, nicht um Traumatherapie.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Wir fragen als Erstes: Wie geht es dir?“, erzählt Salah. „Für viele Geflüchtete ist das neu.“ Auf die Frage, warum er diesen Job macht, sagt er: „Wenn man nach Deutschland kommt, dann denkt man, man ist in Sicherheit, aber nicht alle Probleme sind gelöst. Oft kann man nicht so gut mit der Familie reden.“ Eine Pause entsteht, dann schiebt er hinterher: „Ich bin der Vater, ich muss stark sein für meine Familie.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Es ist nicht der erste Augenblick, in dem ich emotional angefasst bin an diesem Tag. Ein paar Stunden zuvor bin ich mit dem Zug in Schweinfurt angekommen. Ich habe mich entschieden, zu Fuß bis zum Ankerzentrum zu laufen, das sich im Mai 2019 noch in der Ledward Kaserne befunden hat, mittlerweile aber in die zwei Kilometer weit außerhalb liegenden Conn Baracks bei Geldernheim umgezogen ist. Der Eingang auf das Kasernengelände sieht nicht viel anders aus als der von einem Freizeitpark: ein Häuschen, in dem zwei Frauen hinter Glas sitzen, eine Gegensprechanlage, zwei Drehkreuze, eins zum Rein-, eins zum Rausgehen. Selbst die beiden mit Warnwesten uniformierten Männer hinter den Drehkreuzen, die Taschen kontrollieren, kennt man mittlerweile von Großveranstaltungen wie Messen oder Konzerten. Doch damit endet auch schon jede Ähnlichkeit von Freizeitvergnügen. Zu präsent ist der kilometerlange Zaun, der das Ankerzentrum umgibt. Zu sehr sehen die ehemaligen Kasernengebäude und die ebenfalls mit hohem Maschendraht umgebenen Basketballfelder nach „Internierungslager“ aus. Gruppen von Menschen stehen oder sitzen herum, unterhalten sich, langweilen sich sichtlich. Hier hat niemand wirklich etwas zu tun.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ganz im Gegensatz zu Salah, der, während wir den kurzen Weg zu einem der farbenfroh eingerichteten Beratungsräume gehen, dreimal angesprochen und um Rat gefragt wird.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Wie er seine Aufgabe bei Soultalk sieht, möchte ich von ihm wissen. Er zeigt sich überzeugt, dass die Geflüchteten jemanden brauchen, dem sie ihre Geschichte erzählen können. Jemanden, bei dem sie sehen: Der hat es geschafft, hier anzukommen, also kann ich es auch! In diesem Moment wirkt er so souverän, dass ich mir eine Frage nicht verkneifen kann: Belasten ihn die ganzen Dinge nicht, die er zu hören bekommt?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Statt mir direkt darauf zu antworten, erzählt er mir von einem Fall eines jungen Mannes, der einen Suizidversuch hinter sich hatte, bevor er sich ihm anvertraut hat. Salah ist sichtlich stolz darauf, sagen zu können, dass das seitdem nicht wieder vorgekommen ist.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Das alles hier hilft mir, die eigene Geschichte zu verarbeiten“, sagt er. „Ich hatte sowas nicht. Ich musste allein klarkommen.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/IMG_6320.JPG" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Das muss Fatima nicht. Sie kommt aus Marokko, wo sie ihre kleine 
Tochter zurückgelassen hat. Ich würde gern wissen, wie es dazu kam. Kurz
 zuvor hat Hannah mir erzählt, dass sie hier die ersten Gespräche oft 
mit der Frage beginnen, was für eine Bedeutung der Name des Gegenübers 
hat. Das sei sicheres Terrain, weil es kaum Gefahr berge, traumatische 
Erlebnisse zu triggern. Also stelle ich Fatima meine Frage nicht. Was 
ich erfahre: Sie trifft sich seit sechs Monaten regelmäßig mit Salah, am
 Anfang zweimal pro Woche und später dann noch einmal. „Jetzt geht es 
mir besser“, sagt sie mit einem Lächeln. „
    
                    &#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Alhamdulillah
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    
                    
    .“ Dann 
erstaunt sie mich, denn sie berichtet völlig ruhig, dass sie letzte 
Woche die Ablehnung ihres Asylantrags bekommen hat. Am Tag, als der 
Brief kam, ist sie zu Salah gegangen. Er sei wie ein Vater für sie, sagt
 sie, er helfe ihr, Wege zu finden, wie sie mit der Situation umgehen 
könne.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ich schätze, er ist vielleicht zehn Jahre älter als sie. 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ich möchte von ihm wissen, was es mit ihm macht, wenn seine 
Schützlinge (wie alle hier nennt auch er sie „Klienten“) abgeschoben 
werden. Sein Gesicht wird ganz blank, als er erwidert, er halte Abstand 
dazu, weil er wisse, dass Fatima ihn brauche. Er selbst hat einen 
sicheren Aufenthaltstitel, das ist wichtig, damit er sich um die Sorgen 
seiner Klient*innen kümmern kann, ohne ständig an eigene denken zu 
müssen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    In Syrien war Salah Englischlehrer. Hier würde er gern eine 
Ausbildung als psychosozialer Berater machen, aber es gibt dabei ein 
Problem: Es existiert keine staatlich anerkannte Ausbildung für diesen 
Beruf. 
    
                    &#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Ärzte ohne Grenzen
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    
                    
     versuche, diese in Deutschland zu 
etablieren, aber das dauere noch, erzählt Hannah Zanker. Der politische 
Wille dafür müsse da sein. Auf meine Frage, ob sie glaube, dass dieser 
Wille im Moment da sei, antwortet sie ausweichend und gleichzeitig 
beredt, indem sie mir von entsprechenden Advocacy-Aktivitäten von 
    
                    &#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Ärzte ohne Grenzen
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    
                    
    
 erzählt. Unter Advocacy versteht man in der Politikwissenschaft die 
öffentliche Einflussnahme auf die Politikgestaltung stellvertretend für 
ein kollektives Interesse.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Mein Gespräch mit Fatima endet mit einer Diskussion darüber, ob ich 
sie von vorn fotografieren soll. Sie wird überraschend vehement, als sie
 verlangt, dass sie auf meinem Foto zu erkennen ist. Nur mit Mühe und 
mit vereinten Kräften können wir sie dazu überreden, ihre Meinung zu 
ändern. Sie habe ihre Heimat verlassen müssen, sagt sie, und da habe sie
 beschlossen, ihr Gesicht nicht mehr zu verstecken. Und dann sagt sie 
noch etwas, und sie bittet Salah, es genau zu übersetzen: „Die Realität 
hier in Deutschland ist nicht so, wie ich gedacht habe. Ich will kein 
Geld von der Regierung. Ich will arbeiten, nicht Deutschland ausnutzen.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Sie ist 28 Jahre alt. Sie möchte Altenpflegerin werden.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Mein Blick fällt auf eine Topfpflanze auf dem Tisch. Sie ist ein 
Geschenk von einem Klienten. Hannah lächelt. „Die Pflanze überlebt seit 
Monaten unter widrigsten Bedingungen“, sagt sie, „weil wir alle ständig 
vergessen, sie zu gießen.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Mit dem Gefühl, dass das traurige Gewächs irgendwie ein Symbol für 
das Leben der Menschen hier ist, mache ich mich auf den Weg zurück zum 
Bahnhof. Ich gehe wieder zu Fuß. Am Wegrand hängen überall Plakate, denn
 die Europawahl steht kurz bevor. Mein Blick fällt auf eines der 
Wahlplakate der rechtsextremen Partei „Der III. Weg.“ 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Europa verteidigen. Grenzen dicht“, steht darauf.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Jemand hat das Plakat vom Laternenpfahl gerissen und in die Büsche geworfen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    ***
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Wer mehr Informationen sucht oder Soultalk mit einer Spende unterstützen möchte, kann dies unter 
    
                    &#xD;
    &lt;a href="http://soultalk.info"&gt;&#xD;
      
                      
      soultalk.info
    
                    &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
                    
     tun.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/IMG_6290-78b1b20e.JPG" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/IMG_6318.JPG" length="589326" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 11 Nov 2019 13:57:37 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/jeder-von-uns-hat-den-ein-oder-anderen-fall-bei-dem-es-ihn-besonders-hart-trifft</guid>
      <g-custom:tags type="string">Autorenhelfen</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/IMG_6318.JPG">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Notizbuchfragmente</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/notizbuchfragmente</link>
      <description>"Im Wartezimmer saßen ein alter Mann und eine Kranke." Alles ist Erzählung.Es gibt Gedanken, die ich verscheuche ...</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/IMG_6301-29b4e146-58bc48c7.JPG" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    "Im Wartezimmer saßen ein alter Mann und eine Kranke." Alles ist Erzählung.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  Es gibt Gedanken, die ich verscheuche wie Nachbars Katze aus dem Garten.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  Im Autoradio fragt ein Moderator: "Wenn Ihre Unterhose ein Tier wäre, was für eins wäre es dann?" Im Kopf Kino. Die Figurenbaumaschine springt an.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  Zucke nur ich zusammen, wenn die ARD unkommentiert alte Männer von Hitlers "Machtannahme" faseln lässt?
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/IMG_6301-7d112f98-200856a8.JPG" length="1900262" type="image/png" />
      <pubDate>Sun, 13 Oct 2019 00:00:00 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/notizbuchfragmente</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/IMG_6301-7d112f98-200856a8.JPG">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Assoziativ geschrieben</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/assoziativ-geschrieben</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
  Über Buckel, Körbchen, Zivilisation und Empörung

                &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/emma-trevisan-748859-unsplash.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Rutsch mir den Buckel runter sagt sie mit diesem Grimm tief drinnen dort wo normalerweise die Wut schlummert weil man sich ungerecht behandelt fühlt dieses Ich-will-auf-eine-einsame-Insel-Gefühl wenn man sich im Hundekörbchen zusammenrollt und den Popcorngeruch der Hundefüße aufsaugt nur nicht dran denken, dass die Zeit begrenzt ist und Mona ist jetzt auch schon zehn hat er gerade neulich gesagt
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Zivilisation ist sowieso nur das was wir uns ausdenken nachts um drei wenn wir das Bettzeug weggestrampelt haben weil uns erst warm war und dann viel zu kalt nebeneinander schweigend und der Traum an den wir uns morgen früh nicht mehr erinnern streichelt uns Gänsehaut auf die Stelle zwischen den Schulterblättern
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Empörung fühlt sich an wie ein Kälteschauer tief drinnen aber manchmal weiß man eben nicht ob es nicht doch Scham ist über den Fehler, den man gemacht hat aber ist es gerecht einzuschnappen wie eine Auster und jedes Gespräch abzuwürgen sogar dieses eine Wort: Entschuldigung?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Körbchen ist ja auch so ein komisches Wort zu dem einem erstmal nichts einfällt außer vielleicht BH-Größen und das ist ja dann schon nervig zu wissen der Schwerkraft entgeht keiner nichtmal der Ballon den ich neulich flugmüde im Feld habe liegen sehen
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/emma-trevisan-748859-unsplash.jpg" length="113893" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Thu, 07 Mar 2019 08:42:01 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/assoziativ-geschrieben</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/emma-trevisan-748859-unsplash.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Typologien und Genickbruch</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/typologien</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/421778D5-4FC9-41D9-B706-84167264E2F4+2.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    Ich lese ein wunderschönes "Special interest"-Buch von 
  
                    &#xD;
    &lt;a href="https://teachandtrain.de/about-me/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
                      
    Anke Tröder
  
                    &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
                    
  , die einen Verlag dafür sucht: "13 Near Misses. A Public Speaking Primer For Girls Who Want to be Heard". Darin Gedichte in Englisch und liebevolle Illustrationen von 
  
                    &#xD;
    &lt;a href="https://www.stevenherbers.com" target="_blank"&gt;&#xD;
      
                      
    Steven Herbers
  
                    &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
                    
  . Das Ganze eine Mischung aus Ratgeber und Geschenkbuch. Ungewöhnlich. Wo bringt man so etwas unter?
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  ~
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Man müsste eine Typologie von Seminarteilnehmerinnen machen: Die depressive Lyrikerin. Die begeisterte SF-Autorin. Die schroffe Ich-gucke-erstmal-was-mich-erwartet-Dame. Die Schreibratgebergeschädigte. Die überhebliche Literatin ... Mir fallen noch Dutzende weitere ein.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    ~
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Relotius hat dem Storytelling das Genick gebrochen.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Aus dem Schwarzen Ringbuch vom 27. Januar 2019.
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/421778D5-4FC9-41D9-B706-84167264E2F4+2.jpg" length="89771" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 28 Jan 2019 12:47:43 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/typologien</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/421778D5-4FC9-41D9-B706-84167264E2F4+2.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Ringbuchnotizen, 5. Januar 2019</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/schwarzesnotizbucheintrag</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/schwarze+notizb%C3%BCcher-c27bf3f5.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    Der Bombenanschlag auf das AfD-Büro, den es kürzlich gegeben hat, war in Döbeln. In diesem Ort habe ich im vergangenen Herbst gelesen.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  ~
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  Endlich mal wieder SPIEGEL-Lektüre in Ruhe. Ich bin drei Hefte zurück, weil ich über Weihnachten und Neujahr die Welt von mir ferngehalten habe. Wahlumfragen sehen die AfD in allen drei Ländern, in denen in diesem Jahr gewählt wird, bei über 20%.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  ~
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Man müsste endlose Höcke-Zitate in #Faris4 verwenden - und einen Plagiatsfall damit provozieren.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    ~
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Scheint, als mache Ressourcenknappheit in meinem Teeregal internationale Allianzen. In meiner Kanne hängt heute ein Beutel Indian Chai und ein Beutel New York Chai. Von beiden waren nicht mehr da. 
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    ~
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Schattenarmee. Hm.
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/schwarze+notizb%C3%BCcher.jpg" length="439340" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 07 Jan 2019 10:49:27 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/schwarzesnotizbucheintrag</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/schwarze+notizb%C3%BCcher.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Digitale Revolution, Omas gegen rechts und wolkiges Gedöns</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/digitale-revolution-omas-gegen-rechts-und-wolkiges-gedoens</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/inspiration.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    Was schreibt man, wenn man nur eine Viertelstunde Zeit hat? Harari meint, dass die großen monotheistischen Religionen zwar noch für viele Menschen als Quelle von Autorität dienen können, aber nicht mehr als Quelle der Inspiration. Die Zeiten wie im Mittelalter, in denen Klöster und Domschulen die Zentren von Innovation und Gelehrsamkeit waren, sind vorbei. Marx' Manifest war als Gesellschaftsentwurf so erfolgreich, weil es die gegebenen technischen Voraussetzungen mit einbezog, ja auf ihnen basierte, statt sie zu ignorieren oder gar zu bekämpfen.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  Auf unsere Zeit übertragen, bedeutet das, dass eine neue Gesellschaftsordnung, so wir denn wollen, dass sie entstehen soll, die digitale Revolution nutzen muss, will sie erfolgreich sein.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  Ich frage mich, wie "das Buch" da noch mithalten soll.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  ~
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Die HiAZ titelt "Der Aufstand der Grauen" und bringt darunter einen langen Artikel über "Omas gegen rechts." Ich habe die wache Zeit in der Nacht damit verbracht, mir über neurologische Methoden der Gehirnbeeinflussung Gedanken zu machen. Soviel zum Thema "Urlaub". Der neue Faris lässt mich nicht los.
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Sabine Bode, eine Autorin, die über Kriegstraumata und deren Vererbung auf die nächste Generation schreibt, sagt über eine Lesungsbesucherin, die meinte, sie und ihre Familie hätten damals auf Stroh geschlafen und die Flüchtlinge heute hätten alle ein Smartphone: "Sie ist vermutlich nie in ihrem Leben getröstet worden."
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Ich hätte gern ihre Form der Empathie.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    ~
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Pellworm. 
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Der Himmel zieht sich innerhalb von Minuten um – von dunklem Grau zu winterhellem Blau und wieder zurück. Als könne er sich nicht entscheiden, ob es auf einen Ball geht oder auf eine Beerdigung.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Die schiefergrauen Wolken reißen auf. Der Himmel hat die Farbe von Veilchen, die jahrelang in einem alten Gesangbuch gepresst wurden. Ein Vogel eilt über den Himmel hinweg, ein Schatten nur, zu schnell, um zu sehen, was für einer es war. Ich denke an Sarah Kirsch und ihre Schwalben. Die Wolken haben es eilig - und wirken dabei wie riesige Tintenkleckse, die auf einem blauen Tischtuch verlaufen.
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/Minatur_digitale+Revolution.jpg" length="542288" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 17 Dec 2018 00:00:00 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/digitale-revolution-omas-gegen-rechts-und-wolkiges-gedoens</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/Minatur_digitale+Revolution.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Reden wir! Reden wir?</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/reden-wir-reden-wir</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/always+look+twice_blog.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    Manchmal bekomme ich Post von Menschen, denen meine Meinung nicht gefällt. Manchmal antworte ich ihnen.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  Dies war so ein Fall.
  
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
  Hallo, Herr ...,
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    vielen Dank für Ihre Mail, die ich erst dieser Tage lesen konnte, da ich viel auf Reisen war. Sie haben Sich große Mühe mit meinen Texten gegeben und mir einen sechs Seiten langen (!), eng bedruckten Leserbrief geschrieben. Dafür danke ich Ihnen, und ich bin auch ein bisschen beeindruckt, wie viel Zeit Sie mir gewidmet haben. Allerdings muss ich Ihnen gestehen, dass Sie nicht das erreichen, was Sie sich vorgenommen haben, nämlich „ein Loch in meine Realität zu schlagen“, und wissen Sie, warum?
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Es liegt an Ihrer leider doch recht durchschaubaren Rhetorik. Darf ich einige Beispiele bringen?
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    „Ich meine es gut mit Ihnen“, schreiben sich recht zu Anfang. Lassen wir einmal das ganze Mansplaining-Thema raus, das derzeit viral geht, dann setzen Sie dennoch hier gleich zu Anfang eine Hierarchie fest, die mich als Adressatin klein macht. Schon an dieser Stelle haben Sie mich fast verloren.
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Im Weiteren bringen Sie mir unter dem Mantel der statistischen „Wahrheit“ zwei Beispiele: Risikogruppe Herzinfarkte (alt, männlich, übergewichtig) und Risikogruppe Straftaten (jung, männlich, muslimisch). Ich komme Ihnen jetzt nicht mit meiner Skepsis, ob zumindest der zweite Teil Ihrer Statistik stimmt. Alle meine möglichen Argumente rund um Kriminalstatistiken, Niels Högel etc. kennen Sie sicher. Stattdessen weise ich Sie auf das so besonders gern von rechten Populisten benutzte Mittel der Gleichsetzung hin: Sie haben im Kopf eine direkte Verbindung gezogen: tödliche Krankheit / junge Muslime. Dies alles rhetorisch hübsch verpackt und harmlos wirkend.
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    An dieser Stelle fahre ich tatsächlich hoch, wie Sie in Ihrem Brief mutmaßen. Aber wir wollen reden. Also lese ich weiter.
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Drittes Mittel: Überlegenen Intellekt zeigen. Sie zitieren Hegel. Wow. Ich bin beeindruckt, denn hat nicht sogar Goethe gesagt, dass er Hegel nicht verstanden hat? Sie aber haben es offenbar. Herzlichen Glückwunsch!
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    An dieser Stelle meiner Mail beginne auch ich mich, in rhetorischen Formen zu verlieren. Ich werde ironisch, und das gefällt mir nicht. Aber Sie sind an dieser Reaktion nicht ganz unschuldig, mutmaßen Sie doch, dass mir Hegels Dialektik nicht bekannt sein dürfte. (Wie war das oben mit dem Kleinmachen? Sie sind gut, das muss ich eingestehen.)
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Wissen Sie, wo Sie mich vollständig verloren haben? An der Stelle, an der Sie allen Ernstes Udo Ulfkotte als Quelle zitieren. Hier breche ich (ich gestehe es, genervt, weil ich die investierte Zeit als verschwendet empfinde) ab, überfliege den Rest und bleibe an der Stelle hängen, an der Sie die vier Möglichkeiten aufzählen, wie ich auf Ihre Zeilen reagieren könnte. Als erstes (interessant, oder?) nennen Sie die Möglichkeit, dass ich mich Ihrer Meinung anschließe, um dann über meine eventuelle Vermutung, ich hielte Sie für einen AfD’ler, oder ich sei durch Ihre „Logik“ (Anführungszeichen von mir) irritiert, hin zu der Befürchtung zu kommen, ich hielte sie für einen Spinner. Eine Befürchtung, die Sie für sich selbst sofort kassieren, indem Sie ideologische Verblendung und Denkblockade bei mir argwöhnen. An dieser Stelle blasen Sie unseren Diskurs vollends in die Luft, weil mir alle „Ich meine es ja gut mit Ihnen“-Haltung nicht mehr nur ärgerlich, sondern dazu nun auch noch unehrlich vorkommt.   
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Eigentlich schade, denn über die von Ihnen angesprochenen Sachthemen wäre sicherlich gut zu diskutieren. Und einen Abgleich der verschiedenen Realitäten, in denen wir uns bewegen (tun wir das wirklich?), fände ich überaus spannend. 
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    So aber ende ich diesen Brief mit einem Dank für die Zeit, die Sie in meine Texte und mich investiert haben und für die Denkanstöße, die Ihre Zeilen mir gegeben haben. 
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Mit freundlichen Grüßen
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Kathrin Lange
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/always+look+twice_blog.jpg" length="42042" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 12 Nov 2018 00:00:00 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/reden-wir-reden-wir</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/always+look+twice_blog.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Die Kunst ist die Tochter der Freiheit</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/kunst_freiheit</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/9971d04f-331a-424e-80af-51f9c7d5785c.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    An dem kleinen Tisch im Restaurant sitzt sie vor mir. Sie ist eine mütterlich wirkende Frau, mehrere Jahre älter als ich, und ihre Blicke forschen in meinem Gesicht herum, als versuche sie herauszufinden, was gleich passieren wird.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Vor ein paar Tagen haben wir telefoniert und in diesem Moment muss ich an dieses Telefonat denken. „Ich möchte mit jemandem sprechen, der auch jetzt noch von sich sagt, er würde AfD wählen“, habe ich zu ihr gesagt. „Ich möchte versuchen, zu verstehen, warum.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Auch jetzt noch“ – das meint: nach Chemnitz 2018.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Das kann ich Ihnen sagen“, hat sie erwidert und dann fast eine halbe Stunde lang geredet. Erst bemüht sachlich, dann immer erregter. Einiges von dem, was sie mir gesagt hat, hallt noch in mir nach, besonders dieser eine Satz: „Mein [Schwager] arbeitet Dreischicht und verdient 1.200 Euro, aber diese Ausländer haben teure Jeans und das neuste Handy!“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Nun also treffen wir uns.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Sie bestellt Soljanka, ich Farfalle mit Tomaten und Oliven. Gestern bin ich mit dem IC durch dieses Land gefahren, nicht zum ersten Mal, denn ich habe in dieser Kleinstadt kurz vor Zwickau schon zweimal gelesen. Und nicht zum ersten Mal habe ich mich auf der Fahrt hierher gewundert, wie viele Häuser am Streckenrand noch aussehen, als habe die DDR vor gerade mal zwei Jahren aufgehört zu existieren. Industrieruinen, die mich schon öfter auf Ideen für Krimiszenen gebracht haben. Gestern allerdings habe ich sie mit dem mulmigen Gefühl im Magen betrachtet, das Chemnitz 2018 in mir wachgerufen hat. Und ich habe mich dabei ertappt, dass ich die Menschen im Zug gemustert und mich gefragt habe, ob jemand von ihnen bei einer der rechten Demonstrationen mitgelaufen ist. Oder wäre.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Wäre
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    
                    
     reicht schon.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Mir fallen Worte von meinem Großvater ein, an die ich Jahrzehnte lang nicht gedacht habe: „Sei froh, dass du nicht dreißig Kilometer weiter im Osten geboren bist!“ Er hat das immer zu mir gesagt, wenn ich unartig gewesen bin. Gemeint hat er die DDR, die er bis an sein Lebensende, auch noch lange nach 1989, nur „die Ostzone“ genannt hat. Wir haben damals im „Zonenrandgebiet“ gewohnt.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Nun also Soljanka und Farfalle und ich habe mich noch nie zuvor so sehr als Wessi gefühlt, wie in diesem Augenblick.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Bei meinem Telefonat mit dieser Frau, die ich an dieser Stelle einmal Frau Sommer nennen möchte, ist nie richtig deutlich geworden, ob sie mir nur exemplarisch erklärt hat, wie AfD-Wähler ticken, oder ob sie selbst auch diese Partei wählt. Am Telefon habe ich mich nicht getraut, sie das zu fragen, und auch jetzt wird das Gespräch die ganze Zeit in diesem sonderbaren Schwebezustand bleiben: Reden wir von ihr oder von Leuten, die sie kennt?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Wir brauchen beide diesen kleinen und nicht ganz ehrlichen Ausgleich zu unserer Anspannung, habe ich das Gefühl.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Da sie Faris Iskander-Fan ist, beginnen wir das Gespräch damit, über den letzten Band der Reihe zu sprechen. Und sofort wird es politisch. Denn Frau Sommer erklärt mir, dass ihr der dritte Roman der Reihe nicht gefallen hat. „Zu politisch.“ Vor allem aber: „Zu viel Verständnis für die Islamisten.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Okay. Damit sind wir direkt am Punkt, denn sie lässt folgen: „Wenn Ausländer Verbrechen begehen, haben sie hier bei uns nichts zu suchen!“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ein Satz, dem ich sofort zustimme, wenn ich auch nicht so ein deutliches Ausrufezeichen hinter diese Aussage setzen würde wie sie.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Im Folgenden geht es darum, dass Gesetze geändert werden müssen („Wir brauchen dringend ein Einwanderungsgesetz!“) und dass Deutschland es mit der Migration genauso machen sollte, wie Kanada und die USA: nur die Menschen reinlassen, die sich selbst versorgen können oder nützlich für die Wirtschaft sind. Ich erwähne das Recht auf politisches Asyl, das aus den historisch bekannten Gründen im Grundgesetz verankert ist. Bei unserem Telefonat, bei dem sie sehr viel weniger beherrscht war als im Moment, hat sie von einer nötigen Grundgesetzänderung gesprochen. Jetzt ist sie vorsichtiger, sagt, dass das Grundrecht auf politisches Asyl ja auch bleiben könne, dass man aber eben von Fall zu Fall prüfen müsse, ob jemand wirklich politisch verfolgt ist.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Was ja auch geschieht“, sage ich.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Es war doch unverantwortlich, was Merkel da gemacht hat“, sagt sie. Es folgen eine ganze Reihe von Aussagen über kriminelle Ausländer, über unbegleitete junge Männer aus einem anderen Kulturkreis und deren sexuelle Bedürfnisse, samt einer Geschichte von Übergriffen im Schwimmbad. Einmal fällt ein Satz, der andeutet, dass „die alle“ kriminell sind, was sie sofort zurücknimmt, vermutlich, als sie meinen Gesichtsausdruck sieht. Wir landen bei den organisierten Araberclans, und wieder finden wir schnelle Einigung, dass „das, was die machen, gar nicht geht!“ Diesmal empfinde ich Ihr Ausrufezeichen mit. Ihre Ausführungen spickt sie oft mit Sätzen wie „das hat mir ein Freund erzählt“ oder „ich habe viele Freunde, die sind bei der Polizei und die finden ...“ Einmal sagt sie: „Viele meiner Bekannten sind ja Künstler, wie Sie ...“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Kurz überlege ich, sie zu fragen, was für eigene Erfahrungen sie denn gemacht hat, lasse das aber sein. Ich habe mir vorgenommen, zuzuhören, also höre ich weiter zu, auch, als sie anfängt mit Sätzen wie „Das kann man ja in der Presse lesen!“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Hier hake ich dann allerdings doch nach und frage sie, was „die Presse“ ist.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Das bringt sie in Verlegenheit, und ich beschließe nun doch, selbst das Wort zu ergreifen. Ich sage ihr, dass ich ihre Ängste und Sorgen verstehen kann, aber dass ich ihr nun gern von ein paar eigenen Erfahrungen berichten möchte. Dann erzähle ich ihr von den jungen Afrikanern, die in unserem Dorf untergebracht sind, und davon, dass ich zeitweise allein mit fünf oder sechs von ihnen zusammensaß und Deutschunterricht gegeben habe, und zu keiner Sekunde auch nur ein ungutes Gefühl hatte oder gar bedrängt worden bin. Wohingegen es mir 2015 sehr wohl mulmig dabei gewesen ist, dass eine sogenannte „Bürgerwehr“ von ortsbekannten Neonazis meinte, die Deutschen vor den "fremden Kriminellen" beschützen und bei Einbruch der Dunkelheit uniformiert durch den Ort patrouillieren zu müssen. Ich erzähle ihr von Geldern, die für die Flüchtlingshilfe vorgesehen waren, von denen wir Ehrenamtlichen allerdings wenig bis nichts gespürt haben, und von Anschlägen auf das Flüchtlingsheim. „Da haben Sie Glück gehabt“, sagt sie, und ich weiß nicht genau, welchen Aspekt meiner Schilderungen sie meint.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Wir sind beide froh, dass das Essen kommt und wir eine Weile schweigen können.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Alles das habe ich nicht von Freunden oder Bekannten, sondern selbst erlebt“, sage ich, und habe das Gefühl, sie versteht, worauf ich hinaus will. 
    
                    &#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Und ich wähle nicht AfD
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    
                    
    , muss ich nicht mehr hinterherschieben.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Am Telefon hat sie mir verraten, dass sie Angst hat, über kurz oder lang könnten in Deutschland wieder Zustände herrschen wie 1933. Da habe ich verständnislos reagiert und gesagt: „Aber es ist doch ganz einfach, dafür zu sorgen, dass das nicht der Fall ist!“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Wie?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Indem Sie nicht AfD wählen!“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Am Telefon hat sie gesagt, die Wähler seien nicht schuld, wenn wir wieder in die Dreißiger Jahre abdriften würden. Die Regierung sei es schließlich. „Wenn die vernünftige Arbeit machen würden ...“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Es ist einer dieser Sätze, über die ich seit Tagen nachdenke.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Ich habe auch Angst, dass es wieder so wird, wie 1933“, sage ich jetzt. „Und ich frage mich, was wir - Leute wie Sie und ich - dagegen tun können.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    An dieser Stelle macht mir der Zustand des Ungefähren, in dem wir uns bewegen, Probleme, aber Konfrontation würde nichts bringen, das spüre ich deutlich. Sätze wie: „Wählen Sie eben nicht AfD!“ würden das Gespräch abwürgen. Allerdings kommen wir auch so nicht weiter, denn Frau Sommers Denken gipfelt in der Erkenntnis, dass „die da oben uns doch alle verarschen“.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Allen voran tut das die AfD“, sage ich.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Die haben auch keine Lösungen für die Probleme“, sagt sie.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
                      
      Aha
    
                    &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
    
                    
    , denke ich und frage: „Was hat die sogenannte Flüchtlingskrise bisher gekostet? Wissen Sie das? 50 Milliarden?“ Ich schätze die Zahl.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „63,5“, sagt sie. Ich weiß nicht, ob sie die Zahl wirklich parat hat, aber ich sehe ihr an, dass sie daran denkt, was man mit den Milliarden alles hätte machen können. Vorhin, irgendwann, haben wir auch darüber geredet, dass für die Flüchtlinge plötzlich Geld existierte, während vorher für Bildung und Straßenbau keines da war.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Nach 2008 wurden die Banken mit 80 Milliarden gerettet“, sage ich. Auch diese Zahl habe ich nicht parat, schüttele sie aus dem Ärmel. Später erst habe ich recherchiert. Laut einer Veröffentlichung der Deutschen Wirtschaftsnachrichten von 2015 waren es sogar 236 Milliarden.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    „Auch dafür war plötzlich Geld da“, sage ich. „Warum sind die Menschen dagegen nicht auf die Straßen gegangen? Warum jetzt, wo es gegen Flüchtlinge, gegen Menschen, geht?“ Es ist eine Frage, die mich ernsthaft umtreibt. Ich verrate Frau Sommer nicht, dass ich glaube, die Antwort zu kennen. Stattdessen lasse ich sie weiterreden, und jetzt wird das Gespräch für mich unbefriedigend, denn nun gleitet sie in wilde Verschwörungstheorien ab, darüber, dass man nicht mehr lange lebt, wenn man gegen „die Großen und die Pharmaindustrie“ etwas unternehmen will. Woher sie die Pharmaindustrie holt, ist mir nicht klar. Plötzlich ist auch Barschel im Spiel und sein rätselhafter Tod.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ich beende das Gespräch.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Wir reden dann noch eine Weile. Über die schöne Kleinstadt, in der wir uns gerade befinden. Die Häuser hier sind saniert, alles wirkt hell und freundlich. An dem Kunsthaus steht ein Satz von Schiller: „Die Kunst ist die Tochter der Freiheit.“
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Bei der Veranstaltung, für die ich eigentlich hier bin, hat die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst sehr deutliche Worte gegen rechte Tendenzen gefunden und der Geschäftsführer des Landesverbandes des Deutschen Bibliotheksverbandes hat von Initiativen berichtet, mit denen in Sachsen Leseförderung betrieben wird.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Sachsen nennt sich selbst Bildungsland.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Am Abend im Hotel bleibe ich auf der Suche nach Zerstreuung bei einer Streaming-Serie hängen, die „The Affair“ heißt. Es geht darin um die Frage, wie die eigene Wahrnehmung die Realität verzerrt. Und darum, was Wahrheit ist.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    In knapp vier Wochen bin ich wieder auf Lesereise in Sachsen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Schattenarmee
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/9971d04f-331a-424e-80af-51f9c7d5785c.jpg" length="17304" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 10 Sep 2018 06:46:05 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/kunst_freiheit</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/9971d04f-331a-424e-80af-51f9c7d5785c.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Alltagsimpression #001</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/alltagsimpression-001</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/kassel_hotel.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    Hotel. Frühstücksraum. Bei McDonalds gegenüber ist nichts los. Eine Kehrmaschine kurvt auf dem Bürgersteig zwischen Mülltonnen und einer abgestellten Ducati hindurch. Irgendwo wird lautstark ein Glascontainer geleert. Der Himmel hängt grau über der Stadt. Die Frauen am Nachbartisch reden erst über Kosten-Nutzen-Rechnung, dann über Stinkmorcheln.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
    Kurz darauf fängt es an zu regnen.
  
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/kassel_hotel.jpg" length="48119" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Thu, 26 Apr 2018 00:00:00 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/alltagsimpression-001</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/kassel_hotel.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Sind wir nicht alle Klassenclowns?</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/sind-wir-nicht-alle-klassenclowns</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/b4a088c8-018e-489d-9029-fb19ab2747f7.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Warum machst du dir eigentlich diesen ganzen Stress? Das ist die Frage, die mir in Zusammenhang mit meiner Flüchtlingsarbeit am häufigsten begegnet. Bisher hatte ich als Antwort darauf meistens nur ein Achselzucken. Aber vorgestern dann habe ich den Stapel Zeitungen und Zeitschriften auf meinem Tisch durchgesehen und "abgearbeitet".
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Meistens bleibt bei einem solchen Lesemarathon ein Detail – ein Interview oder zumindest eine Aussage darin – hängen. Diesmal war es ein Satz, den ein Flüchtlingshelfer in Ansbach der Frankfurter Allgemeinen Woche gegenüber geäußert hat. In der Ausgabe 6 vom dritten Februar 2017 steht er: "Das ist eine meiner Motivationen. Ich helfe ihnen [gemeint sind die Geflüchteten in seinem Ort] , und sie kommen dann vielleicht gar nicht auf solche Gedanken, weil es für sie weitergeht."
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Hinter den Worten "solche Gedanken" steckt - was sonst – der islamistische Terror. In Ansbach hat sich im Sommer 2016 ein syrischer Flüchtling in einem Biergarten in die Luft gesprengt. Es gab 15 Verletzte, vier davon schwer. Der Attentäter starb.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Klaus W*., besagter Flüchtlingshelfer, geht trotzdem weiter in das Flüchtlingsheim, kümmert sich. Und wird vermutlich dafür, wie überall in Deutschland Hunderte oder sogar Tausende ehrenamtliche Helfer, mitunter verwundert oder verständnislos angesehen. Vielleicht hat er auch Aufkleber mit rechtsradikalen Parolen am Auto oder ewiggestrige Schmierereien auf dem Bürgersteig. Aber davon steht in dem Artikel nichts, denn es geht hier um etwas anderes. Es geht um die Frage, wie wir mit der Bedrohung durch den islamistischen Terror umgehen. In Berlin sind die Menschen nach dem Attentat auf dem Breitscheidplatz erst recht auf die Weihnachtsmärkte gegangen, und auch in Ansbach hat man sich alle Mühe gegeben, so normal wie möglich weiterzumachen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Weil alles andere bedeuten würde, dem Terror nachzugeben. Und die, die Angst und Schrecken verbreiten wollen, gewinnen zu lassen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Trotzdem hat mich hat der Artikel nachdenklich gemacht.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Könnte der Terror unseren Trotz nicht sogar noch viel größer werden und in ein ganz neues "Jetzt erst recht!" münden lassen? Was wäre, wenn gerade der Terror (und ich rede jetzt durchaus nicht mehr nur vom islamistischen) die Menschen dazu treiben würde, in die Flüchtlingsheime zu gehen, sich um die zu kümmern, die dort seit Monaten sitzen und wegen Perspektivlosigkeit und Frust auf radikale Ideen kommen?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    In den letzten Tagen ist ein sehr berührendes 
    
                    &#xD;
    &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=jD8tjhVO1Tc"&gt;&#xD;
      
                      
      Video
    
                    &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
                    
    aus Dänemark viral gegangen, in dem auf leicht verständliche Art und Weise verdeutlicht wird, dass wir, wenn wir nur bereit sind, genau genug hinzuschauen, mit jedem Menschen auf der Welt Gemeinsamkeiten entdecken werden. Selbst wenn es nur die Tatsache ist, dass beide in der Schule der Klassenclown waren.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Die Bundeszentrale für politische Bildung hat am 13.1.2017 folgende Zahlen veröffentlicht:
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Zwischen Januar und Dezember 2016 wurden 321.371 Zugänge von Asylsuchenden im EASY-System registriert. Die tatsächliche Zahl lag laut BMI darunter: nach vorläufiger Berechnung des BAMF könne "von gut 280.000 asylsuchenden Menschen ausgegangen werden".
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    2015 lag die Zahl der EASY-Registrierungen deutlich höher. Von Januar bis Dezember 2015 wurden im EASY-System 1.091.894 Zugänge von Asylsuchenden erfasst. Auch hier lag die tatsächliche Zahl nach Angaben des BMI darunter: bei rund 890.000 Asylsuchenden.**
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Rechnet man mit den höheren Zahlen, bedeutet das, dass 1.413.265 Menschen in den letzten zwei Jahren nach Deutschland gekommen sind.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Laut Statistischem Bundesamt haben am 31.13.2015 82,2 Mio. Menschen in Deutschland gelebt. Lassen wir die unter 20-Jährigen (18,3 Mio.) weg und auch die über 80-Jährigen (5,8 Mio.) sind das immer noch 58,1 Mio. Menschen***. Würde sich jeder dieser 58,1 Mio. Menschen nur eine Stunde in der Woche um einen einzigen Geflüchteten kümmern, würde jeder von diesen Geflüchteten über vierzig Stunden in der Woche mit Deutschen zusammensein, würde sie kennenlernen, nicht nur als den überarbeiteten Menschen im BAMf, der schlecht gelaunt Unterlagen abstempelt und über die eigene Perspektive entscheiden muss, sondern als Mann, Frau, als Vater, Mutter, Arbeiter, Rentnerin oder eben als Klassenclown  …
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Klaus W. sagte: "Das ist eine meiner Motivationen. Ich helfe ihnen und sie kommen dann vielleicht gar nicht auf solche Gedanken, weil es für sie weitergeht."
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Wenn nur ein einziger Geflüchteter sich durch Klaus W.s Arbeit dazu entschließt, nicht in die nächste Salafisten-Moschee zu gehen, hat der Mann meiner Meinung nach mehr gegen den Terror und für die Sicherheit in unserem Land getan, als alle "Volksverräter"- und "Merkel muss weg"-Brüller auf den Marktplätzen zusammen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ich liebe es übrigens, mit einem unserer Geflüchteten zusammen zu kochen. Und mein Mann kann mit einem anderen über Fußball schwadronieren. Über die Frage, wer von uns in der Schule der größere Klassenclown war, müssen wir einmal reden, fällt mir gerade auf.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    ________________
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    * Sein voller Name wird im Artikel der Frankfurter Allgemeinen Woche genannt.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    ** 
    
                    &#xD;
    &lt;a href="https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/flucht/218788/zahlen-zu-asyl-in-deutschland#Registrierungen"&gt;&#xD;
      
                      
      https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/flucht/218788/zahlen-zu-asyl-in-deutschland#Registrierungen
    
                    &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
                    
    , abgerufen am 7.2.2017
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    *** Alle Zahlen nach: 
    
                    &#xD;
    &lt;a href="https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen_/lrbev01.html"&gt;&#xD;
      
                      
      https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen_/...
    
                    &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
                    
     (abgerufen: 7.2.2017)
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/b4a088c8-018e-489d-9029-fb19ab2747f7.jpg" length="49769" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Wed, 08 Feb 2017 00:00:00 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/sind-wir-nicht-alle-klassenclowns</guid>
      <g-custom:tags type="string">Flüchtlinge,Sechsuhrgedanken</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/b4a088c8-018e-489d-9029-fb19ab2747f7.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Wir haben doch nichts davon gewusst ...</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/beitragstitel</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
  Schlimm: Was Björn Höcke in seiner Rede ...

                &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/holocaust.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
                      
      Schlimm: Was Björn Höcke in seiner Rede vom 17. Januar sagt. Schlimmer: Sein beseeltes Glühen, als er merkt, dass er die Menge im Griff hat. Am Schlimmsten: Dass sie aufstehen und jubeln. 
    
                    &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ein Bild hallt in mir nach, seit ich in den 80er-Jahren den Film "
    
                    &#xD;
    &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=O4W52tbAkAM"&gt;&#xD;
      
                      
      Die Welle
    
                    &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
                    
    " gesehen habe. Dieser Schockmoment, als die Schüler in der Aula sitzen und auf den Auftritt ihres Anführers warten und stattdessen auf den Fernsehbildschirmen eine alte Aufnahme von Hitler erscheint. In meiner Erinnerung sagt der Lehrer diesen einen Satz: "Ihr wäret alle gut Nazis geworden".
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    An diese Szene musste ich gestern Abend denken, als ich mir Björn Höckes 
    
                    &#xD;
    &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=sti51c8abaw&amp;amp;feature=youtu.be&amp;amp;t=3417"&gt;&#xD;
      
                      
      Rede 
    
                    &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
                    
    vom 17. Januar 2017 in Dresden angeschaut habe.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ja. Die ganze Rede.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Und jetzt muss das hier dringend aus mir raus, obwohl dies der erste Beitrag auf dieser Website ist und ich diesen Blog eigentlich mit einem ganz anderen Thema starten wollte.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ich zitiere hier nicht noch einmal die Stellen, die in sämtlichen Medien schon ausreichend dargelegt und auch kommentiert wurden. Dass Höcke das Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet hat oder dass er davon faselt, "wieder eine positive Beziehung zu unserer Geschichte auf[zu]bauen" und in diesem Zusammenhang eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" fordert – all das und noch mehr ist an anderen Stellen bereits ausführlich nachzulesen und auch eingeordnet worden. Ich verweise hier ausdrücklich auf den 
    
                    &#xD;
    &lt;a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bjoern-hoecke-rede-offenbart-gesinnung-kolumne-von-sascha-lobo-a-1130551.html"&gt;&#xD;
      
                      
      Kommentar
    
                    &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
                    
    von Sascha Lobo auf SPIEGEL ONLINE, in dem er auch Links an die entsprechenden Stellen der Rede setzt.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Wer also keine Zeit (oder nicht den entsprechend stabilen Magen und die guten Nerven) hat, sich die Rede ganz anzusehen, kann sich leicht über ihren genauen Inhalt informieren. Und er kann sich auch das beseelte Grinsen von Höcke anschauen, wenn er merkt, dass er die geifernde Menge voll im Griff hat.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Am allermeisten geschockt haben mich allerdings nicht seine Worte oder dieses machtgeile Grinsen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Am allermeisten geschockt hat mich eine Szene relativ weit am Ende der Rede (in dem oben angegebenen Link bei ca. 1:37:50). Nur leicht rhetorisch verbrämt beklagt sich Höcke an dieser Stelle darüber, was in deutschen Schulen über den Holocaust gelehrt wird, um in dem Ausruf zu enden: "So kann es nicht weitergehen!" Nur einige wenige im Publikum reagieren darauf mit stehender Ovation. Aber vorne links sitzt ein Mann, der sich an dieser Stelle umdreht und die Leute mit wilden Armbewegungen dazu auffordert, ebenfalls aufzustehen und zu klatschen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Und die Leute stehen auf.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Sie stehen tatsächlich auf!
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    An dieser Stelle habe ich die Szene aus "Die Welle" vor mir gesehen. Das betroffene Gesicht des Lehrers. In meiner Erinnerung habe ich seine Worte gehört: "Ihr wäret alle gute Nazis geworden." Und plötzlich habe ich Angst.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Angst davor, dass wir wieder an einem Punkt angekommen sind, wo es nicht viel mehr braucht als ein paar Scharfmacher an den richtigen Stellen, die mit ihrer gedankenlosen Begeisterung und mit ihrer kritiklosen Gemeinschaftsgefühleuphorie genau jenen an die Macht verhelfen, die rhetorisch geschickt das Rad der Geschichte ganz langsam Stück für Stück zurückdrehen wollen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Angst davor, wie einfach es zu sein scheint, aus Menschen mit Angst vor der Zukunft, eine Herde von Schafen zu machen, die am Ende wieder "Ja!" brüllt, wenn man sie fragt, ob sie Krieg will.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Angst davor, dass es irgendwann doch die wirklich absolut Falschen schaffen, Seniorpartner in einer Regierungskoalition zu werden – oder gleich die von Höcke ganz offen und deutlich angepeilten 51 Prozent der Wählerstimmen zu bekommen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ich denke, ich lese mich jetzt mal im Detail durch die Reaktionen der AfD-Führung auf Höckes Rede.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    ***
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/holocaust.jpg" length="259375" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Thu, 19 Jan 2017 00:00:00 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/beitragstitel</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/holocaust.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Krimis als Beruhigungspillen</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/krimis-als-beruhigungspillen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/krimi.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    ... war nur ein Thema in dem Interview, das ich Bloggerin Sandra Matteotti gegeben habe. Natürlich haben wir über Faris Iskander gesprochen, aber auch über den Buchmarkt allgemein, über Selfpublishing und über die Angst beim Schreiben in heutiger Zeit.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ein kurzer Auszug:
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Frage: Ich las kürzlich, Liebesromane müsste es auf Rezept geben, denn sie seien Heilung für die Herzen der Leser. Was sind so gesehen Kriminalromane und Thriller?
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Meine Antwort: Es gibt Krimis, die wollen reine Entspannung sein, die wären nach dieser Sichtweise vielleicht eine Beruhigungspille für den vom Alltag aufgewühlten Geist. Wobei das so negativ klingt, und ich es gar nicht so meine. 
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Das gesamte Interview findet sich auf dem Blog Denkzeiten.com unter 
    
                    &#xD;
    &lt;a href="https://denkzeiten.com/2017/01/13/kathrin-lange-nachgefragt/"&gt;&#xD;
      
                      
      diesem Link.
    
                    &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Ach ja: Fünf - nicht ganz so ernst gemeinte (?) - Schreibtipps habe ich am Ende auch noch gegeben.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/krimi.jpg" length="57933" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Fri, 13 Jan 2017 00:00:00 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/krimis-als-beruhigungspillen</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/krimi.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Warum "Sechsuhrgedanken"?</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/warum-sechsuhrgedanken</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
  Oft liege ich frühmorgens wach ...

                &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/Construction.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Oft liege ich frühmorgens wach und dann denke ich nach. Und schreibe. Über Tagesaktuelles. Über Alltagsminiaturen. Über Politisches und Persönliches.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/Construction.jpg" length="459489" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Mon, 10 Nov 2014 00:00:00 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/warum-sechsuhrgedanken</guid>
      <g-custom:tags type="string">Sechsuhrgedanken</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/Construction.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Ich hab' da so einen Traum</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/ich-hab-da-so-einen-traum</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
  Manchmal denke ich, unser Literaturbetrieb ...

                &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/Literaturbetrieb.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    ... bildet die Welt da draußen ...wie in einem Miniaturwunderland ab. Am Wochenende war ich auf der Tagung "Krimis machen 2", die vom Begründer der KrimiZEIT-Bestenliste Tobias Gohlis, Literaturkritiker Thomas Wörtche und Autorin und Verlegerin Zoë Beck organisiert wurde. Angekündigt war eine Veranstaltung, in der "alle mit allen auf Augenhöhe" reden, und im Vorfeld machte der Wunsch die Runde, dass man sich ohne Vorbehalte untereinander austauschen wollte.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Als die Veranstaltung am Samstag gegen zehn Uhr mit einiger Verspätung begann, war der Wille, dieses Vorhaben umzusetzen, auch deutlich spürbar. Thomas Wörtche begann den ersten Vortrag mit dem Versprechen, über seine Einschätzung zu referieren, was ein guter Krimi sei, indem er ex negativo seine Kriterien für einen schlechten Krimi darlegen würde. Ein Vorhaben, das innerhalb von kurzer Zeit torpediert wurde, als die Diskussion sich auf die alte, leidige E- und U-Debatte verlegte, mit der gefühlsmäßig der gesamte Vormittag verplempert wurde. "Wir wollen keine alten Gräben aufreißen", das war die Maßgabe im Vorfeld. Und sie erinnerte mich ein wenig an die Versuche von Integrationsverfechtern, die gebetsmühlenartig wiederholen, dass doch alle Menschen gleich und eine multikulturalistische Gesellschaft möglich sei. Was natürlich genau bis zu dem Punkt funktioniert, bis man feststellt, dass das Gegenüber, eben weil es von ganz anderen kulturellen Voraussetzungen ausgeht, eine Sprache spricht, die zu Missverständnissen führt.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Der Andere? Huch! Ein Alien.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    "Ein Autor, der nichts Relevantes zu sagen hat, sollte sich lieber bei Aldi an die Kasse setzen", so die zugespitzte Meinung, die gegen jene auf der Gegenseite steht: "Lieber Lektor, sage mir doch bitte, was ich schreiben soll, damit ich möglichst viele Bücher verkaufe!"
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Kunst gegen Kommerz.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Die uralte Frage.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Ich möchte gähnen und kann es nicht, weil ich mich ärgere. Ich ärgere mich darüber, dass rhetorisch geschulte, brillante Köpfe mit ein, zwei Sätzen dafür sorgen, dass Autorinnen sich vorkommen wie gemaßregelte Schulkinder. Ich ärgere mich darüber, dass die Chance vertan wird, anhand von k29onkreten Fragestellungen über gute und schlechte Kriminalliteratur zu diskutieren (an der Stelle, an der in meinem Notizbuch Thomas Wörtches ganz persönliche Kriterien für einen schlechten Roman stehen sollten, stehen immer noch drei Fragezeichen.) Ich ärgere mich darüber, dass nach der Podiums"diskussion" genau das einsetzt, was im wahren Leben auch passiert: Ghettobildung. Man sucht sich seinen eigenen Kreis, um sich untereinander der eigenen Position zu vergewissern, oder man muss – leider, gottseidank – sowieso gerade zum Zug. Der Andere ist wahlweise der arrogante, elitäre, dauerbeleidigte Schnösel oder der ekelige, sich prostituierende Lohnschreiber.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Chance vertan. Schade!
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Meine Vorstellung, als ich zu dieser Tagung gefahren bin, war eine andere. Auf der Basis eines gemeinsamen Interesses und Feuers, für das wir alle brennen, würde sich ein Weg finden, den verflixten Graben, der zwischen E- und U-Literatur klafft, wenigstens ein bisschen zuzuschütten, das war meine Hoffnung.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Wie das gehen soll?
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Ich habe da so einen Traum.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Auf einer Tagung zum Thema "Bestseller", die in der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel stattfand, hat Burkhard Spinnen einmal einen improvisierten, aber sehr aufschlussreichen Vortrag darüber gehalten, warum anspruchsvolle Literatur gefördert werden muss. Seine These: Wenn wir nicht einer gewissen Anzahl von Autoren durch finanzielle Unterstützung seitens des Kulturbetriebs die Möglichkeit geben, neue sprachliche Formen zu entwickeln, dann hat die große Masse der anderen irgendwann nichts mehr, mit dem sie ihre Wirkung erzielen kann. Vereinfacht gesagt: Hätten Alfred Döblin und Co. sich nicht eingehend mit Montagetechniken auseinandergesetzt, dann könnten Charlotte Link und Co. heute keine Rückblenden schreiben. Aus diesem Grund, so Spinnens These, hätten die E-Literaten eine wichtige Funktion im Literaturbetrieb.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    In meinen Augen erscheint das einleuchtend.
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Was nun aber leisten die Unterhaltungsautoren zu diesem Pakt? Das Argument, dass Verlage Bestseller machen müssen, um die hohe Literatur finanzieren zu können, sticht in der heutigen Zeit nicht mehr, denn welcher Publikumsverlag, der es schafft, Titel in die Bestsellerlisten zu drücken, traut sich noch, seinem Vertrieb und Controller gegenüber den wirklich innovativen, anspruchsvollen Titel durchzusetzen, jenen, bei dem von vornherein klar ist, dass er sich vielleicht nur tausendmal verkauft? Auch hier scheint mir die Branche wie ein Abbild der Gesellschaft im Kleinen: Wenn wir nicht aufpassen, klafft die Schere immer weiter auseinander. Auf der einen Seite die Großen, die in absehbarer Zukunft die Bestseller nach Maß und Publikumsgeschmack per Minimalkonsens zuschneidern, auf der anderen Seite die Klein- und Kleinstverleger, die unter Aufbietung aller gesundheitlichen und finanziellen Kräfte bis zur Selbstausbeutung versuchen, sich gegen den Trend zu Banalisierung zu stemmen.
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Was wäre aber, wenn wir Autoren aufhören würden, uns gegenseitig den eigenen Standpunkt madig zu machen? Was wäre, wenn wir es schaffen würden, den jeweils anderen mit seinem Hintergrund, seinem erzählerischen Ansatz und dem Grund seines Schreibbedürfnisses einfach gelten zu lassen und uns stattdessen einmal fragen, ob wir zusammen etwas erreichen können?
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Ich würde gern den E-Literaten unter uns zurufen: Hey! Hört doch mal auf, die Nase zu rümpfen. Und den U-Literaten mit den wirklich ganz großen Verkaufszahlen: Was hindert Euch eigentlich daran, Euren Einfluss in den Verlagen (und vielleicht auch einen Teil Eurer Kohle) dazu zu nutzen, dass die E-Literatur nicht in zunehmendem Maße von Kulturförderung abhängig gemacht wird?
    
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                    
    Und all jene, die sich irgendwo dazwischen befinden, die sich von Buch zu Buch, von Vorschuss zu Vorschuss hangeln, mit dem sie die Familie über die Runden bringen müssen? Was hindert uns daran, nicht nur im stillen Kämmerlein über die Umstände zu jammern, sondern stattdessen unsere Visionen zu teilen? Gibt es Möglichkeiten einer Art „Länderfinanzausgleichs“ zwischen den ganz großen Verlagen und den ganz kleinen? Jeder, der einen Nummer 1 Titel auf die SPIEGEL-Bestsellerliste bringt, muss im Gegenzug einen Titel bei irgendeinem kleinen Literaturverlag unterstützen? Marketingtechnisch wäre das doch eine tolle Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Branche für beide Verlage zu erlangen. Und in Zeiten der Vernetzung von Social Media und E-Book entstehen da vielleicht ganz neue Möglichkeiten ...
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    
    Eine versponnene Utopie? Vielleicht. Aber, hey, ich bin Unterhaltungsautorin, ich darf unrealistische Settings erfinden!
  
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/Literaturbetrieb.jpg" length="235558" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Sun, 29 Jun 2014 00:00:00 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/ich-hab-da-so-einen-traum</guid>
      <g-custom:tags type="string">Flüchtlinge,Sechsuhrgedanken</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/Literaturbetrieb.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>The Big Thrill</title>
      <link>https://www.kathrin-lange.com/the-big-thrill</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
  "40 Stunden" bei den International Thriller Writers

                &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/103a841b-9204-4a01-a320-de356f15add9.jpg" alt="" title=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                    "The Big Thrill", das Magazin der International Thrillerwriters Organisation schreibt über "40 Stunden": "From German author Kathrin Lange comes the page-turner 40 HOURS, set in bustling Berlin: Germany is moaning under the summer temperatures and Berlin is humming with activity as tens of thousands of visitors from all over the world gather to attend a church congress to which the Pope is expected. Faris Iskander, a detective in the Special Unit for Religiously Motivated Crimes, is still reeling from a bombing in a city museum that occurred ten months earlier and which left him scarred physically and emotionally ..." 
  
                    &#xD;
    &lt;a href="http://www.thebigthrill.org/2014/05/40-hours-by-kathrin-lange/"&gt;&#xD;
      
                      
    Weiterlesen
  
                    &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
                    
  .
                  &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/103a841b-9204-4a01-a320-de356f15add9.jpg" length="4225" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Sun, 01 Jun 2014 00:00:00 GMT</pubDate>
      <author>183:736224969 (Kathrin Lange)</author>
      <guid>https://www.kathrin-lange.com/the-big-thrill</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/388637b05b9e47aaadaecc521a46c547/dms3rep/multi/103a841b-9204-4a01-a320-de356f15add9.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
    </item>
  </channel>
</rss>
